Indikation

Absolute Indikationen (bei Wunsch der Eltern auf leibeigenes Kind)


Weiblicherseits: Nicht behebbare Diskontinuität zwischen Ovarien und Cavum uteri
Männlicherseits: Azoospermie bei nachgewiesener testikulärer Spermiogenese

 

Relative Indikationen


Im Prinzip jede Sterilitätsursache männlicher- und/oder weiblicherseits. Zu beachten, resp. i. R. der Indikationsstellung mit dem betroffenen Paar zu diskutieren, sind aber folgende Punkte:


Trotz allen diagnostischen und therapeutischen Vorteilen ist die IVF-Behandlung als aufwendiges Prozedere zu betrachten. Dabei ist sicher auch die finanzielle Belastung zu erwähnen, die im Prinzip durch das Paar (noch) vollumfänglich selber getragen werden muss.
Aus diesen Gründen ist es sehr von Vorteil, wenn das Paar für die IVF-Therapie gut motiviert ist und auch die technischen Aufwendungen sowohl während der Verlaufskontrolle wie auch während der Laborphase möglichst gut akzeptieren kann.
Eine gute Motivation gegenüber der Methode ist meist vorhanden, wenn die bisher durchgeführten (und von der Krankenkasse anerkannten) Behandlungsmethoden keinen Erfolg gebracht haben. Daher ist es wichtig, dass alle Alternativmethoden vorgängig zumindest angesprochen werden (z. B. AIH bei OAT-Syndrom, Adoption).
Die vom Alter der Frau abhängige Fertilitätschance gilt auch für die IVF-Therapie. Dementsprechend sollten die ausserhalb dieser Therapie möglichen Behandlungen chronologisch nicht überdehnt werden (cave: doctors delay). Spätestens ab dem 35. Lebensjahr der Frau sollte die IVF-Therapie in die Diskussion des weiteren therapeutischen Prozederes einer Sterilitätsbehandlung miteinbezogen werden.
Die IVF-Therapie ist keine Wundertherapie, wir haben jedoch mit ihr die Möglichkeit, einige weitere Sterilitätsfaktoren zu diagnostizieren und zu behandeln.

Patienteninformation und Demonstrationsmaterial

Eine erste Beschreibung der Methode mit dem prinzipiellen Vorgehen und der Erwähnung der Vor- und Nachteile sowie der zu erwartenden Aufwendungen und Behandlungschancen kann gut in der Stammpraxis erfolgen. Als Hilfsmittel stehen unsere Informationsbroschüre sowie das Demonstrationsmaterial zur Verfügung oder der Videofilm «Herzenswunsch-Wunschkind», welcher der Firma Serono (Schweiz) AG in Zug  gratis angefordert werden kann.
Mittlerweile sind verschiedene allgemeinverständliche Bücher auch in deutscher Sprache erhältlich. Die Paare müssen aber darauf aufmerksam gemacht werden, dass das therapeutische Vorgehen im Einzelnen von Klinik zu Klinik leicht abweichen kann.
Eine Fülle von Informationen ist über das Internet zugänglich, das Hauptproblem besteht jedoch in der Differenzierung nach Wichtigkeit für die paarspezifische Situation .
Unbedingt erwähnt werden müssen im Rahmen der Patienteninformation auch die Behandlungschancen einer IVF-Therapie aufgrund der spezifischen Situation des Paares (beispielsweise hat die durchschnittliche IVF-Schwangerschaftsrate von ca. 30% für eine 42jährige Frau kaum eine Bedeutung mehr, hier ist die statistische Chance auf ein gesundes Kind am Termin unter 5% abgesunken).
Das Paar wird sich auch über die anfallenden Kosten informieren wollen. Anhand der nachstehenden Auflistung können diese als Richtwerte ermittelt werden. Zu beachten ist insbesondere, dass der Aufwand für die Stimulationsbehandlung stark variieren kann, entsprechend dem gewählten Medikament und der nötigen Dosierung.

Kostenzusammensetzung einer IVF / ICSI - Behandlung (Richtwerte)


IVF-Behandlung:

Aerztliche Behandlungspauschale, Medikament, Klinik und Labor ca 6000.- bis 9000.-

Zuzüglich ICSI  Fr. 600.-

Zieht das Paar eine IVF-Therapie ernsthaft in Erwägung oder ist diese bereits beschlossen worden, sollte als nächstes ein Gespräch mit einem ärztlichen Team-Mitglied vereinbart werden. Nebst dem Kennenlernen für die Zeit zwischen Eizellentnahme und Embryotransfer bietet dieser Kontakt auch die Möglichkeit, Detailfragen bezüglich Therapie und Organisation zu klären. So muss sich ein Paar bereits früh Gedanken machen zur gewünschten Zahl der zurücktransferierten Embryonen (bei uns maximal 2, mit einer Zwillingsrate von ca. 20% der eingetretenen Schwangerschaften). Für die Wahl der Intensität der kontrollierten Hyperstimulation ist es weiter wichtig, ob ein Paar Zygoten kryokonservieren lassen will oder nicht.
Während der Informationsphase sollte auch der Kryovertrag erwähnt werden. Können nach der In-Vitro-Befruchtung überzählige Zygoten kryokonserviert werden, geschieht das im IVF-Labor Lindenhofspital, geregelt durch einen entsprechenden Vertrag. Dieser wird dem Paar zur Gegenzeichnung im Anschluss an die Laborphase abgegeben.
Im weiteren sollte das Paar auf die Möglichkeit einer begleitenden psychologischen Betreuung aufmerksam gemacht werden.

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Letzte Aktualisierung:
18.10.2017

 

Dr. med. E. Berger-Menz
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