Die klinikgebunde Phase: Oocyten pick-up (OPU), Laborphase, Embryotransfer (ET)

Für den Aufenthalt im Tagesbett sowie für den Eingriff ist die Patientin durch das entsprechende Mitglied des IVF-Teams angemeldet worden. Diese Person ist auch verantwortlich für die Anmeldung im IVF-Labor und für das Weiterleiten der im Labor benötigten Unterlagen (Stimulationsprotokoll, FIVNAT-Statistikprotokoll).

Die Patientin und ihr Partner melden sich um 7.30 Uhr oder nach Abspracheim IVF-Labor des Lindenhofspitales (Sahlihaus 3.Stock). Die Patientin und ihr Partner werden in ihr Zimmer begleitet.. Meist spendet der Partner während oder nach der Punktion der Eizellen seiner Partnerinin, in einem  speziellen Raum im Laborbereich seine Spermien. 

Zwischen 9 und 10 Uhr wird die Eizellpunktion bei der Frau durchgeführt. Dies findet in einem speziell eingerichteten Operationssaal statt,  unter Ueberwachung einer Anästhesiefachperson mit Gabe von starken Schmerzmitteln . Bei diesem Eingriff ist der Partner nicht anwesend.

Der Eingriff wird in der Steinschnittlage vorgenommen, der Ablauf im Einzelnen ist dann wie folgt:

  • Spülung der Scheide mit ca. 200 ml temperierter Ringer-Lösung.
  • Einführen der Ultraschall-Vaginalsonde, die mit einer Führungshülse versehen ist.
  • Nach Wirkungseintritt der i.v.-Analgesie (Rapifen durch Standby-Anästhesisten), transvaginale, ultraschallgesteuerte Punktion der Follikel aus beiden Ovarien.
  • Die abpunktierte Follikelflüssigkeit wird in Reagenzgläsern aufgefangen. Die Reagenzgefässe befinden sich in einem auf 37°C vorgewärmten Thermoblock.
  • Nach Abschluss der Punktion Entfernen der Vaginalsonde und Einstellen der Portio mit einem Speculum. Eine so festgestellte stärkere Blutung aus Vaginalgefässen kann nun mit einem Z-Stich versorgt werden, die Inzidenz dieser Komplikation ist aber sehr niedrig.
  • An der spekular eingestellten Portio wird gelegentlich ein Probetransfer vorgenommen. Je nach Schwierigkeitsgrad werden für den eigentlichen Transfer spezielle Katheter bereitgestellt.
  • Nach Entfernen des Instrumentariums Normallagerung der Patientin, Rückverlegung ins Zimmer, das nach ca. 2 Stunden später verlassen werden kann.

 

Die Laborphase

 

Nach der Follikelpunktion wird die gewonnene Follikelflüssigkeit in einem Thermoblock in das IVF-Labor gebracht.

Unter dem Mikroskop wird die Follikelflüssigkeit nach Eizellen abgesucht. Diese sind noch durch Radiatazellen umgeben und in der Cumuluswolke eingepackt.

Die so identifizierten Eizellen werden in vorinkubiertes Kulturmedium gegeben und ca. 4 Std. bei 37°C und 5% Co2-Atmosphäre gelagert. Die Patientin wird anschliessend über die Anzahl gefundener Eizellen und das weitere Vorgehen informiert.

Im Verlauf des Nachmittages werden die Eizellen mit den Spermien des Partners zusammengebracht (IVF oder ICSI) und anschliesssend 20 Std. im Brutschrank gelagert.

20 Std. nach dem Zusammenbringen von Eizellen und Spermien werden die Eizellen auf ihre Befruchtung beurteilt. Die Patientin kann sich also anderntags um ca. 09.00 Uhr im IVF-Labor über den Stand der Befruchtung und die Anzahl der kryokonservierten Zellen informieren.

Zwei befruchtete Eizellen, nun Zygoten genannt, verbleiben (bis zum Embryotransfer) weitere 24 Std. im Brutschrank.

Die anderen Zygoten (Chromosomensätze sind noch nicht verschmolzen ) werden in flüssigem Stickstoff bei –196°C kryokonserviert. Das Kryokonservieren und Aufbewahren der befruchteten Eizellen wird mittels eines Vertrages zwischen dem Lindenhofspital und dem Paar rechtlich geregelt. Der Kryo-Vertrag sollte beim Informationsgespräch mit dem Paar besprochen werden. Bei einer allfälligen Kryokonservation wird der Vertrag vom IVF-Labor an das Paar verschickt.

Die zwei in Kultur verbliebenen Zygoten werden kurz vor dem Embryotransfer (ca. 52 Std. nach der Eizellentnahme) mikroskopisch beurteilt und anschliessend mittels eines feinen Katheters in den Uterus transferiert.

Dem Paar wird vor dem Embryotransfer Fotos der Embryonen erläutert und übergeben.

 

Zeitlicher Ablauf der Laborphase

 

Tag Eizellentnahme (OPU)  07.30 Eintritt der Patientin in das Spital. Prämedikation auf der Station. Partner Samenspende.
  09.00 OPU (Dauer 10–15 Min.)
  10.00

 Information der Patientin über die Anzahl gefundener Eizellen und das weitere Prozedere.

  11.00 Entlassung der Patientin. Sie sollte nach Möglichkeit abgeholt werden.
Tag nach OPU 09.00 Telefonische Kontaktaufnahme der Patientin mit dem IVF-Labor. Information über Anzahl befruchteter und ev. kryokonservierter Eizellen. Festlegung des Zeitpunkts für den Embryotransfer (ET).

Tag des Embryotransfers 
 

  Die Patientin/das Paar kommen ins IVF-Labor. Die Fotos der Embryonen werden erklärt und abgegeben, das behandelnde Mitglied des IVF-Teams führt den Embryotransfer durch. Die Patientin bleibt für 10 Minuten liegen.
Die Patientin kann das Sahlihaus selbständig verlassen.

 

Wichtige Punkte im Umgang mit dem IVF-Labor

 

  • Bei grenzwertigen Parametern der Ejakulatuntersuchung oder bei sehr schwerem OAT-Syndrom ist eine Probeaufbereitung des Ejakulats im IVF-Labor vor Beginn der Stimulation sinnvoll.
  • Bei einer eingetretenen Schwangerschaft ist das IVF-Labor auch am weiteren Verlauf interessiert. Für die FIVNAT-Statistik benötigt das IVF-Labor immer einen Geburtsbericht. Dieser wird in der entsprechenden Praxis angefordert. 
  •  Im Anschluss an den Behandlungszyklus wird ein zusammenfassender Bericht versandt, dem auch das Laborprotokoll beigelegt ist

  • Dieses Laborverlaufsblatt umfasst die folgenden Angaben:
    (vgl. auch nachfolgendes Muster)

    • Anzahl gefundener Eizellen
    • Spermiogramm
    • Anzahl befruchteter Eizellen
    • Anzahl kryokonservierter Zygoten
    • Qualität und Anzahl der transferierten Embryonen

     

     

     

     

     

     

     

    Der Embryotransfer

     

    Zum vereinbarten Zeitpunkt kommt die Patientin und wenn möglich auch ihr Partner wiederum ins IVF-Labor Lindenhofspital. Nach Besprechung der Situation wird das Paar in den Transferraum geleitet.

    Der Transfer wird in identischer Lagerung vorgenommen wie bei einer gynäkologischen Untersuchung; spekulare Darstellung der Portio, nach Abwischen des Sekretes mit NaCl befeuchteten Tupfern erneute Vornahme eines Probetransfers. Der oder die Embryonen (maximal zwei) werden nun in die Spitze eines Transferkatheters aspiriert und zum Transfer übergeben. Der Transfer geschieht idealerweise in wenigen Sekunden. Durch die Kontrolle der Katheterspitze unter dem Mikroskop wird überprüft, ob sich die Embryonen im Mucus verfangen haben. Der Eingriff ist damit beendet. Die Patientin bleibt noch 10 Minuten im Zimmer liegen. Den weiteren Tag sollte die Patientin ruhig gestalten. 
     

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    Letzte Aktualisierung:
    18.10.2017

     

    Dr. med. E. Berger-Menz
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